Schatztruhe, Leberwurstbrot und Wärmflasche

…was haben denn bitte diese 3 völlig wild durcheinander gewürfelten Begriffe miteinander und mit mir zu tun?? Ganz einfach: Ich bin mal wieder unterwegs auf einem Abenteuer der ganz besonderen Art und dabei läuft mir so manches Leberwurstbrot über den Weg.

Es wird Zeit für ein update und ein Lobgesang auf Freundschaften.

Die Zeit am Tauernhof in Österreich ist jetzt schon ein bißchen mehr als eine Woche rum und wenn ich mich zurück erinnere, wird mir ganz wohlig warm. Es waren 3 Monate vollgepackt mit wunderbaren Menschen, mit wertvollem geisltichen Input, mit vielen Tränen und guten Gesprächen und ganz viel leckerm Essen.

Als „Kitchengirl“ hab ich in einem bunten Team von lauter junger Küken aus Neuseeland, Australien, dem Schwabenländle, anderen Teilen Deutschlands und den USA unter den 3 besten Chefs aller Zeiten die Gäste des christlichen Freizeithauses bekocht und ihre Zimmer geputzt. Lothar, der Küchenchef ist ein Mann mit Nerven aus Stahl… jeden Morgen erstmal das Gegacker von einer Schar 19 bis 31 jähriger Weiber ertragen… das ist schon ne Herausforderung. Seine „rechte Hand“ Kathrin ist mir auch außerhalb der Küche sehr ans Herz gewachsen! Und Julia, die Houskeeperin, hat uns voll Weisheit und Managertalent immer schön in 2er Team zusammen zum putzen der ca. 25 Gästezimmer losgeschickt.

Jedesmal wenn ich in der Küche eingeteilt war, gab´s ne riesen Kathastrophe. Gleich am Anfang hab ich mir kochendes Wasser über die linke Hand gekippt.
Mit der Wurst- und Käseschneidemaschiene hab ich mir in die rechte Hand geschnitten und regelmäßig ist diveres Geschirr in tausend Stücke zersprungen.
Aber ich wurde trotzdem nicht aus Lothar`s heiligen Hallen verbannt. Es war manchmal recht stressig, oder ich war ganz schön müde, aber es war immer lecker. So lecker, das ich mindestens 4 kilo zugenommen hab. Kaiserschmarrn, Germknödel, Rahmgeschnetzeltes… und erst Kathrins Nachspeisenplan… hmmm, yummy. Appledream, Hefezopf, Schwarzwälderkirschdessert, oder Monster Cockies… LECKER!!
Beim Toilettenputzen bin ich jetzt der absolute Meister! Betten beziehen, Staub wischen, Fenster polieren und Fließenzwischenräume mit der Zahnbürste schrubben. yeah. Mein absoluter Traumjob 🙂 Ich hatte ein paar harte Tage, an denen ich die Bergsteiger und Kletterer im strahlenden Sonnenschein mit Tränen in den Augen und schwerem Herzen schwer beneidet hab. Aber an anderen Tagen hatte ich so viel Spaß mit der Bürste auf den Knien in der Jungstoilette das mir vor lauter Lachen der Bauch wehtat und die Tränen liefen.
Leider leider ist meine tolle Nikon D90 Kamera auch zu Bruch gegangen, so dass es jetzt erstmal keine schönen Bilder mehr zum gucken gibt. 😦

Jetzt ist die Zeit schon wieder rum und ich vermisse meine lieben Mitkollegen alle sehr.
Doch weiß ich ganz sicher das wir uns nicht zum letzten mal getroffen haben.
Und: Sie alle sind es, die in die Schatztruhe in meinem Herzen eingezogen sind. Als wertvolle und gut bewachte Schätze.

Es ist mit meiner Reiseleidenschaft immer einfach vielen Menschen zu begegnen, aber es ist nie selbstverständlich das man dabei Freunde findet. Ich fühle mich gesegnet und reich beschenkt. Auch wenn ich weiterziehe bleiben nicht nur gute Erinnerungen, nicht nur gute Gespräche über die ich noch öfter nachdenken werde, sondern immer auch die Gewissheit das ich Freunde habe, denen ich lieb und teuer bin, und die mir lieb und teuer sind.

Ja, und jetzt reise ich ein bißchen durch Deutschland, weil ich gerne eben solche Freundschaften ehren möchte. Wieder Zeit miteinander verbringen, hören was es neues gibt, was uns bewegt, was uns noch immer verbindet, was uns in Erinnerungen schwelgen läßt. Die Kinder kennenlernen, die es vor ein paar Jahren noch nicht gab, die dazugehörigen Partner und Freunde der Freunde.

Im normalen Alltag komm ich nicht immer dazu ein Zeichen von mir zu geben, oder anzurufen, denn auch mein Kopf ist voll mit Plänen und Erledigungen, von „Tag zu Tag“ Beschäftigungen. Aber jetzt nehm ich mir einfach die Zeit um die Schätze aus der Kiste rauszuholen, sie mir genau anzuschauen, sie zu polieren und mich dran zu freuen. Freunde sind so wichtig!!
Klar sind sie nicht kalt und starr wie ein Klumpen Gold, oder ein Diamand, aber sie sind mir teuer und wichtig.

Es tut so gut einfach mal im Leben von Euch mit dabei zu sein. auf der Couch zu schlafen, von den Kindern geweckt zu werden und mittendrin zu sein im Leben. Über die Vergangenheit zu plaudern und über die vielen verschiedenen Möglichkeiten des Lebens zu philosophieren. Einfach mit da zu sein. Spazieren gehen, die Kids vom Kindergarten abholen, Eis essen, in der Sonne sitzen, das Pferd ausführen, die Spülmaschiene einräumen, mit der Wärmflasche auf dem Bauch im Wohnzimmer sitzen und Gemeinschaft haben. Leider hab ich nichts zu geben, außer offene Ohren, Zeit, und ein offenes Herz.

Dabei entdecke ich immer mehr wie schön es sein kann mit Gemütlichkeit und Gelassenheit nur den Tag zu leben der heute heißt. Nicht mit den Gedanken schon beim übermorgen. Voll Genuß ein Leberwurstbrot essen und sich an den einfachen Dingen des Lebens erfreun.

Zum ersten mal bin ich innerhalb Deutschlands per Anhalter unterwegs und ich bin hoch erfreut über nette Menschen, die mich nicht lange an den Rasstätten stehen lassen, sondern mich weite Strecken, oder ganz kurze mitnehmen. Es geht super und es macht Spass.
Mein Rucksack ist nur viel zu schwer bepackt und ich stelle fest das ich nur ein Bruchteil von dem was ich mit mir rumschleppe tatsächlich brauche zum glücklichsein. Das heißt für heute und morgen: ausmisten und Balast loswerden.
Stattdessen das Herz weiter füllen mit guten Erinnerungen und tollen Begegnungen, mit Gesprächen und Schätzen. Und immermal wieder ein Leberwurstbrot essen.

Ich freu mich sehr über das was noch kommt.

die reich beschenkte Reise-suse.

zum Schluss noch ein paar Bilder. schlechte Handy Qualität, da die Kamera ja kaputt ist. Wenn man die Bilder jeweils anklickt werden sie zwar größer, aber nicht schöner 🙂

7 Antworten zu “Schatztruhe, Leberwurstbrot und Wärmflasche

  1. Du hast ein frisches Fohlen gesehen ?! Davon musst Du unbedingt meiner Lieblingstochter erzählen! Ich freue mich auf Schatztruhenzeit!
    LG
    Sonja

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  2. o welch ein schöner logbesang auf die freundschaft … freu mich riesig auf dich. deine kisten packende und etwas berlin-melancholische berlin-leipzig freundin nora 🙂

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  3. Ich freu mich, wenn du hie rher kommst, auch wenn du dich den halben Tag allein vergnügen mußt, da Arbeit.Willkommen in Deutschland, Reisen und Abendteuer geht auch hier, wer hätte das gedacht Suse-Schmuse, wa?! 😉
    Bid ganz bald.Deine Dreßlers

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  4. Ein unfallträchtiges Leben, dass du führst. Ein Beweis mehr, dass jeder JC in seinem Leben braucht. 😉 Hoffe, du findest bald jemanden,der deine Nikon wiederherstellt. In Sachen Photographie hast du echt was locker. (Ich meine damit: bist echt tallentiert.) Lieben Gruß + Gottes Segen, Ralf

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  5. Hi Suse, lange nichts gehört…. wo steckst Du denn jetzt?

    Es war sooooo schön, Dich hiergehabt zu haben!!!!

    Liebe Grüße aus Taunusstein!

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  6. Hallo Sonja,
    ja, lange nix mehr geschrieben. Bin immernoch vollzeit mit reisen und Freunde treffen beschäftigt 🙂 Alles gut bei mir. Momentan bin ich in Potsdam und seh Leute in Belrin und Umgebung.
    Ich fand´s auch richtig schön bei Euch!! Schön einfach mit dabei zu sein!
    Geht´s Euch denn gut?
    Liebste Grüße.

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