„von den Bergen bis ans Meer“

oder auch: *per Anhalter durch die Galaxis durch Deutschland*

endlich komme ich dazu mein Versprechen zu halten und Euch davon zu berichten wie es war durch Deutschland zu reisen, in den Autos fremder Menschen.

Die Tatsache das ich darüber schreiben kann beweist, dass ich noch lebe und davon berichten kann 🙂

Was soll ich sagen? Es war großartig!!

Am 15. September war mein 3 monatiges Praktikum in der Bibelschule der Fackelträger im schönen Österreich rum und ich machte mich auf den Weg Freunde zu besuchen. Über Deutschland verteilt hatte ich ca. 15 Anlaufstellen und eine Reiseroute geplant. Genug Zeit für jeden einzelnen. Und so fuhr ich los, gespannt darauf wie sich das Leben von Freunden im Laufe der Zeit so entwickelt hatte.

2 wunderbare Monate lang war ich so einmal im Zick Zack quer durch ganz Deutschland auf Tour. 2 wunderbare Monate zum Seele satt essen, zum erinnern und neue gemeinsame Momente mit wertvollen Menschen erleben. Mit vielen von Euch! Es war so schön! Danke.

Von den majestätischen Bergen der Alpen in der österreichischen Steiermark zum Chiemsee nach Würzburg, nach Coburg und Frankfurt, Wiesbaden und Rhein-Main, Richtung Osten nach Erfurt, Zwickau, Leipzig, Dresden, Berlin, Potsdam und Umgebung, bis in den hohen Norden nach Rostock bis ans unendliche Meer. Von den Bergen bis ans Meer.

Es war ein Abenteuer und ein Wellnessurlaub in einem.
Der risikogeladenen Teil mit dem Daumen auf den Autobahnen hat dabei aber genauso Spaß gemacht wie das Seele baumeln lassen im Alltag von lange nicht gesehnen Freunden.

Die Wartezeiten auf gratis Transport lagen zwischen 2 Minuten und 40 Minuten. Es waren alle möglichen Gefährte dabei und die Menschen die für mich angehalten haben waren allesamt sehr nett und hilfsbereit, aber lustigerweise haben auch viele gefragt ob ich keine Angst hätte bei Fremden einzusteigen. Wobei sie sich selber ja gar niemals als gefährlich beschreiben würden 🙂

Ein Türkisches Ehepaar in einem tollen Mietwagen hat sich 2 Stunden lang ohne Pause sehr interessiert mit mir unterhalten, mit einem Handwerker auf Montage wurde ich von der Polizei kontrolliert, zwei Tunesische LKW Fahrer wollten mich gerne heiraten und haben mich mit leckeren Süßigkeiten gefüttert, ein erfolgreicher Geschäftsmann hat mich ausführlich über seine Pläne ein neues Hotel zu kaufen informiert, eine Önologin hat mir von ihrer Jugend im Campingwagen erzählt und ein weiterer LKW Fahrer hat mich sogar zweimal mitgenommen. Beim zweiten mal hatte er sogar Ferrero Küsschen für mich besorgt. Allesamt tolle Menschen.

Es ist nicht immer so schön bei Wind und Wetter draußen zu stehen, oder erstmal überhaupt auf die Autobahn rauf zu kommen, aber wenn man einmal unterwegs ist gibt es teilweise sogar den „bis vor die Haustür-Service“. Alles möglich durch unbekannte Menschen, alles ohne Kosten. Es gibt das Sprichwort: „ein Mensch ist nur solange ein Fremder bis man ihn kennengelernt hat“ Das mag ich. In jedem steckt das Potential zu guten Gesprächen, Freundschaften und Hilfsbereitschaft.

Also kann ich nach meinen Erfahrungen unterm Strich sagen das es auch heute noch funktioniert per Anhalter durch Deutschland zu reisen. Auch wenn viele sich von Angstmachenden Nachrichten einschüchtern lassen, sind doch viele „harmlos“. Ich würde das so jederzeit wieder machen, wenn es Abends nicht mehr so früh dunkel wird und wenn es nicht mehr so kalt ist.

Die Zeit mit Freunden war unbezahlbar.
Babybäuche bewundern, über gute alte Zeiten sprechen, spazieren gehen, die Geburt von einem Babypferd miterleben, kochen, backen, Bücherregale ausräumen und woanders wieder einräumen, Möbel mit der Straßenbahn durch die Stadt transportieren, die ganze Nacht durch einen fesselnden Roman lesen, Schränke abschleifen, Quittenmarmelade kochen, tanzen gehen… und vieles mehr.

Ich bin unendlich dankbar für die schöne Zeit, die guten Gespräche und dafür das ich mich immer willkommen fühlen durfte. Es war wie ein inneres Blumen pflücken 🙂

An der Ostsee hab ich einmal ins Meer gespuckt und voller Fernweh hinterher gewunken. Wer weiß bis wohin die Wellen vom Strand in Warnemünde über den Atlantik kommen.

Jetzt steht Weihnachten unmittelbar vor der Tür und ich werde die Feiertage mit meiner Familie verbringen. Das wird schön.

Aber auf die Frage wie es danach weitergeht bei mir, weiß ich bisher noch keine Antwort. Ich dachte ich hätte einen Plan, aber Pläne ändern sich manchmal.
Es ist ein komisches Gefühl so in der Luft zu hängen und den nächsten Schritt noch nicht zu kennen, aber das ist ja in meinem Leben so auch nicht das erste mal. Ich bin zuversichtlich das ich bald die Richtung weiß in die es gehen wird.
Bis dahin bleibt es spannend.

Die nächsten Wochen bin ich in meiner Heimat, in meinem „alten Nest“ von dem aus ich schon einmal in die große weite Welt aufgebrochen bin. Nun breite ich die Flügel wieder aus und finde heraus wie weit mich der Wind trägt.

Euch allen wünsche ich eine ruhige und gemütlichen Adventszeit.
ganz ganz liebe Grüße.

Suse.

Im Anschluß gibt es ein Bild von meinem neuen Reisebegleiter, der Reisemaus. und unter dem Bild gibt´s den link zu noch mehr Bildern von der Reisemaus. Viel Spaß beim angucken. 😀

http://www.flickr.com//photos/sushisuse/sets/72157628173410661/show/

das ist der link zur Diashow

Eine Antwort zu “„von den Bergen bis ans Meer“

  1. Liebe Suse,
    freut mich zu hören, dass alles gut verlaufen ist!
    Du bist und bleibst eine Inspiration für mich. 🙂
    Alles Liebe!
    Tina

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s