Suse zwischen Sorge und Elend

zwischen Sorge und Elend liegt ein kleines verschlafenes Nest mit dem Namen Hohegeiß. Mitten im Harz, umgeben von Wald, manchmal fühlt man sich dort sogar wie in einer anderen Welt.

In Hohegeiß wohn ich seit neustem und mach dort ein Praktikum. Das läuft schon seit 3 Wochen und ich kann nur soviel sagen: Ich bin im richtigen Element angekommen.  So wie der Pinguin aus der Geschichte vom Herrn Eckardt von Hirschhausen, die er so schön selber erzählt. Guckt doch mal bei youtube rein und hört was er zum Pinguin zu sagen hat. Ist eine wirklich aufschlußreiche kleine Geschichte! Unbedingt reinhören.

Im Harz gibt´s nicht nur den Brocken, mit seinen 1.142 m ü. NN das höchste Gebirge Norddeutschlands, sondern auch haufenweise coole Leute die sich Woche für Woche mächtig ins Zeug legen, planen, organisieren und reflektieren, wie man unterschiedlichsten Schulklassen aus ganz Deutschland eine erlebnisreiche Zeit mit eindrucksvollen und lehrreichen Tagen bescheren kann. Und bei dem Haufen bin ich mit am Start. Erstmal hab ich natürlich selbst ganz viele tolle Sachen gelernt und bin fleißig in den Bäumen und über Schluchten geklettert, und nun bin ich bereit loszulegen.

Erlebnispädagogik ist das Wort der Stunde und das beschäftigt mich mit all seinen Facetten und Details schon seit längerem. Nu bin ich also wieder mittendrin im lernen, im arbeiten, im Leute kennenlernen und mich kennenlernen. Es macht Spaß! Es ist herausfordernd und ich stoße an so manche Grenze. Nicht nur an die ehemalige Innerdeutsche Grenze im Harzer Dreiländereck, nein eher so meine Fähigkeiten und Belastungsgrenze. Aber es ist gut.

Suse die kleine dicke Pinguinin, die sich oft wie eine Fehlkonstruktion gefühlt hat, ist nun in ihrem Element. Und das ist super.

Letzte Woche gab´s die fachsportliche Sicherheitseinweisung und wir durften selbst Knoten machen, Seile spannen, Flaschenzüge und Umlenkungen bauen. Yeeeha! mag ich!! Kisten stapeln und von einer Leiter springen, die nur durch Seile aufrecht gehalten wird, an deren Enden die Mitkollegen ziehen… das erfordert Konzentration und Mut zum scheitern. Zum Glück gibt´s dabei immer ein Sicherheitsseil. Da kann gar nichts passieren.

Dort im Harz, in der kleinen Welt heißt man nach der Grundausbildung „Teamer“, weil man in einem Team von ca 30 Leuten lebt und ißt und wohnt und arbeitet. Es ist teilweise ziemlich chaotisch, vor allem in der Küche. Aber man ist auch mit 32 immernoch so jung wie man sich fühlt, da lieg ich mit 20 gut im Durchschnittsalter. 🙂

Manchmal vermiss ich aber die reale Welt und meine lieben Freunde, für die viel zu wenig Zeit bleibt. Das Praktikum ist fast ein 24/7 Job und verlangt ganz schön viel Energie von mir. Bin abends immer völlig durch und schlaf dann wie ein Baby.

Manchmal wünsche ich mir, ich hätte das alles schon viel früher entdeckt und mein Leben wäre anders verlaufen, aber dann erinnere ich mich wieder an all die tollen Momente und die vielen Erfshrungen die ich schon machen durfte  und dann geht´s wieder.

Manchmal lauf ich Abends alleine durch den dunklen Wald und bin unendlich dankbar für Gottes Nähe, für liebe Menschen die mir wichtig sind und für Freiheit.

Manchmal lieg ich lange wach und überlege wie es wohl noch weitergehen wird.

Manchmal bin ich einfach nur glücklich. Und so glücklich häng ich dann da rum 🙂

Und ganz oft denk ich an Freunde. Und dann vermiss ich Euch

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Eine Antwort zu “Suse zwischen Sorge und Elend

  1. Timm meint, er würde auch gerne mal so ein wenig rumseilen und rumklettern 😉 Es ist auf jeden Fall gut, dass Du dich wohlfühlst mit dem, was Du gerade machst. Darüber freuen wir uns!
    Unsere Große ist morgen bei einem Geburtstag im Hochseilgarten… Willst Du nicht spontan kommen und sie sichern ? 😉
    Bis hoffentlich bald mal wieder!

    Gefällt 1 Person

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