Heimatverbundenheit

Ich bin ein fan!!

Ein großer noch dazu! Ich bin ein Fan von Heimat, von Erfurt, von Thüringen und von diesem „neuen Leben“ hier.

Es ist gefühlt eine halbe Ewigkeit her das ich im Harz als Teamer zusammen mit anderen verrückten Menschen verschiedenste Kurse für Schulklassen gestaltet habe, und auch die Entscheidung nach Erfurt zu kommen ist schon so weit weg.  Und was mir mal aufgefallen ist: die Zeit verging wie im Flug, und das ist doch immer ein gutes Zeichen.

Tja, was soll ich sagen? Nach Hause kommen ist eine Sache die ziemlich gemischt funktioniert. Also für mich jedenfalls. Ich bin vor 13 Jahren hier weg gegangen um die Welt zu entdecken, um raus zu kommen, damit mir die Decke nicht auf den Kopf fällt und weil ich was Neues brauchte. Schön und gut, das hab ich auch alles ganz wunderbar gemacht, es war eine tolle und unvergleichbare Zeit, ich bin da draußen satt geworden und ruhiger. Aber so richtig angekommen bin ich nirgendwo.

Sollte sich das jetzt vielleicht ändern? Ist das überhaupt möglich für ein Nomaden wie mich? Und wieso dann ausgerechnet in der alten Heimat? Ist doch komisch irgendwie. Da reist man in ferne Länder und macht komische Sachen, ißt gruseliges Essen und benutzt unhygienische Toilette, nur um dann viele Jahre später festzustellen, dass die Bedingungen zum Glücklichsein so  nah um die Ecke liegen. Verrückt. Und da kommt das gemischte Gefühl auch her. Die Frage danach was mich eigentlich so lange umhergetrieben hat. Oder auch der Gedanke, dass das momentan empfundene Daseinsglück doch nur wieder zeitlich begrenzt ist… Aber heute und hier will ich nicht anfangen zu grübeln, sondern ich möchte schwärmen. Denn Erfurt ist eine Stadt von der man schwärmen kann!!

Seit dem 1.10. bin ich Studentin an der Fachhochschule Erfurt, mit dem Studiengang Soziale Arbeit. Es ist ein Bachelor Studiengang mit einer Regelstudienzeit von 6 Semestern.

Da ich schon Ü30 bin, weiß ich gar nicht ob ich BaföG bekommen werde, der Antrag läuft noch und ich bin gespannt. Also ist die Frage nach der Finanzierung noch ungeklärt. Momentan bestreite ich alle Ausgaben von meinen Ersparnissen, die aber irgendwann auch zu Ende sein werden. Das brachte mich dazu eine günstige Wohnung zu suchen, in der ich mich trotzdem wohl fühlen kann. Diese Herausforderung war ziemlich groß, aber ich war erfolgreich. Gefunden hab ich mein neues Reich in der Brühler Vorstadt. Ein unsanierter Bau aus den 30ern, mit einer interessanten Forsterheizung (Hier mal ein paar Infos dazu) und mit ziemlich gruseliger Farbe an den Wänden. Eine echte Großbaustelle also. Seit Oktober bin ich nun also Bauarbeiter, Maler und Schreiner, und Student. Alle Tapeten sind entfernt, Schlafzimmer, Küche, Flur und Bad sind frisch gestrichen und nächstes Wochenende ist das Wohnzimmer dran.

Ich habe nette Nachbarn und Nachts ist es schön ruhig. Zum Domplatz ist es nicht weit zu Fuß und man kann sehr schnell mit der Bahn überall hinkommen.

Ich kann Euch alle nur herzlich einladen nach Erfurt zu kommen. Es ist sooo schön hier. Die urige Altstadt mit den tollen Gebäuden, in der Mensa gibt es Gänsebraten mit Rotkohl und Klößen für 3,00 Euro, der Wald ist um die Ecke, Morgen eröffnet hier zum 162. mal einer der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands, und vor allen Dingen sind die neuen Freunde alle super!!

Manche der neuen Freunde sind eigentlich ganz alte Freunde. Genauer gesagt Freunde, die ich schon lange kenne und die mir lieb und teuer sind. Jetzt sind wir hier wieder näher zusammen gerückt, weil auch sie das wunderbare Erfurt mögen. In der Gemeinde sind so viele coole Leute und überhaut, das es eine Gemeinde gibt in der ich direkt und ohne lange suchen zu müssen gleich ankomme, dass ist klasse!! Die neuen Komilitonen sind super. Wirklich liebe Leute.  Ich brauch nur immer so lang um warm zu werden und das fällt mir ein bißchen schwer bei so vielen Leuten gleichzeitig, aber das Studium wird ja noch eine Weile andauern, wenn ich nicht direkt in den ersten Prüfungen total verhaue und rausflieg. Also genug Zeit um diese tollen Leute besser kennenzulernen.

Und ein ganz guter Punkt ist auch die Nähe zur tatsächlichen Heimat Bad Langensalza. Da wohnt der Rest meiner Familie und das ist gut so! Ich kann die Oma einmal die Woche im Heim besuchen und wenn die Wohnungsrenovierung fertig ist kann ich auch endlich mit meine Geschwistern ausgehen und sie können dann bei mir schlafen. So langsam fällt alles an seinen Platz. Noch ein bißchen rütteln hier und da, ein bißchen Geduld und ein bißchen Spucke, und dann ist alles gut.

Nur das Zeitmanagment muß ich noch etwas besser üben! Ich wollte doch immer gleich alle mails beantworten, immer alle Vorlesungen gleich nacharbeiten, das benutzte Geschirr gleich abspülen und wegräumen, schon im Sommer an Weihnachtsgeschenke denken… aber in all diesen Punkte versage ich kläglich. Naja, perfekt sein wäre ja auch langweilig. So bin ich eben nur die Suse und das ist auch gut so.

In diesem Sinne verabschiede ich mich und sag´s nochmal: Kommt nach Erfurt, hier ist es schööön!!!

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3 Antworten zu “Heimatverbundenheit

  1. ach, heimatverbundenheit ist einfach cool…, dann macht das Wiederkommen von allen Lebensreisen noch viel mehr Spaß…oh Suse, die Vorfreude auf DICH und Erfurt wird immer größer….oh, Freude!!!

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  2. Bei deinem Text muss ich an Janoschs „Oh wie schön ist Panama“ denken. Kennst du das? Ich freu mich für dich, dass du jetzt angekommen bist. Wie schön!!!!

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