Das Leben ist wie ein Puzzelspiel

Weihnachten ist vorbei und das neue Jahr wartet schon in den Startlöchern, es  ist sozusagen zum greifen nah. Das ist die beste Zeit um noch einmal über das gerade vergangene Jahr und überhaupt so im allgemeinen über das Leben nachzudenken.

Der erste Weihnachtskalender den ich von meinem tollen Ehemann bekommen habe, war etwas sehr ungewöhnliches. Nicht die übliche Schokolade aus dem Supermarkt, sondern ein Puzzle hat er in 24 Tütchen aufgeteilt und mir geschenkt. Eine unglaublich gute Idee – wie ich finde. Es war jeden Tag total spannend ein neues Tütchen in der Wohnung zu suchen und dann ganz ungeduldig zu probieren ob denn diesmal ein Teil dabei ist was ich schon passend anlegen kann. Spannung pur und genau das richtige für mich. Denn ohne es zu wissen hat Philippus mit diesem Puzzle genau das Thema getroffen was mich schon seit einiger Zeit beschäftigt. „Das Leben ist wie ein Puzzlespiel“puzzel

Ihr kennt vielleicht die Herausforderungen bei Puzzelspielen aus eurer Kindheit noch ganz genau: das geduldige Hinsetzen und suchen nach dem ersten Teil, die vielen Stunden ausprobieren welches Teil ans nächste passt, sooooo viele Teile die gleich aussehen und doch nur jeweils an eine Stelle passen die richtig ist, die Frustration wenn man eben genau das passende Teil nicht finden kann und langsam die Hoffnung aufgibt, dass es überhaupt existiert, und man überzeugt ist dass es bei der Produktion verloren gegangen ist, oder die Katze hat´s gefressen…. eine wirkliche Geduldsprobe.

Nun, warum fang ich heute mit so einer These an? „Das Leben ist wie ein Puzzelspiel“… weil ich es genauso empfinde. So viele Situationen und Erlebnisse die passieren fühlen sich an, als wären sie nur Stückwerk, ein kleiner Bildausschnitt vom großen ganzen Bild, und ich hab definitiv die Bildvorlage noch nie gesehen.

Als erstes versucht man den Rand zu puzzeln, damit man eine Linie hat an der man sich orientieren kann, damit man die Eingrenzung kennt und nicht total planloses Chaos verursacht. Doch auch das ist manchmal schwierig.

In meinem Leben gab es oft Teile, also Zeiten, die so überhaupt nicht reingepasst haben in den gesamten anderen Rest, nichts ergab einen Sinn, nichts hat zueinander gepasst, ich war endlos frustriert und steckte fest, kam nicht weiter. Und dann wieder war alles einfach nur stimmig und reibungslos, es hat geflutscht und lief rund, ein Teil passte zum anderen und ich habe schnell eine Kontur erkennen können. Und solche Zeiten wechselten sich immer wieder ab, ohne feste Regeln, ohne erkennbares Muster. „Warum ist das so?“, hab ich mich gefragt. Warum versuche ich krampfhaft jedes Teil passend zu machen? Vielleicht gibt es ja Teile die ich zu früh irgendwo anlegen wollte, Teile die so aussahen als würden sie passen, aber ich hatte eine falsche Stelle dafür ausgesucht. Und in solchen Momenten macht das Puzzelspiel keinen Spaß!

DSC_0586Doch bin ich noch lange nicht an dem Punkt angekommen an dem ich das Gesamtbild erkenne. Noch sind es einzelne Bildausschnitte, die noch nicht vollständig zusammenkommen. Noch ist es nur Stückwerk und ich kann es fast erahnen was für ein Bild es werden könnte. Doch ich kann es eben nur erahnen, noch nicht erkennen.

Kennst Du das Gefühl? Dein Lebensbild ist noch nicht wirklich klar erkennbar? Du weißt nicht an welcher Stelle Du als nächstes weitere Teile anlegen kannst?  Die Box ist noch voll mit Teilen die nirgends passen?

So ging es mir sehr oft. Aber jetzt gerade habe ich wieder eine Zeit in der ein Teil nach dem anderen in meine Hände fällt was einfach nur perfekt passt. Alles ergibt einen Sinn und es geht rasend schnell, selbst Teile die ich vor langer Zeit schon einmal in den Fingern hin und her gedreht habe. Das Gesamtbild wächst und nimmt immer mehr Form an. Und es macht wieder Spaß!! Es bringt Freude und ich will mehr!

Mein Mann Philippus ist eins von diesem Puzzelteilen! Ich hab ihn gefunden, oder wir uns gegenseitig („oh ja, das haben wir!“ Kommentar von Philippus), und es paßt alles so gut zusammen. Jeden Tag finden wir noch mehr Teile die wir zusammen an unser gemeinsames großes ganzes Gesamtbild anlegen können und es fühlt sich gut an. Ich bin fest davon überzeugt das es am Ende ein schönes Bild wird.

Einige von den Puzzelteilen die gerade in meinem Leben angelegt werden möchte ich hier mit Euch teilen.

Nachdem wir am 3. und 4. Oktober die beste Hochzeit aller Zeiten hatten, ging es für uns ersteinmal für eine Woche nach Ibiza in die Flitterwoche.

Am Strand liegen und erholen, geocachen und Feigen essen, Boot fahren und durch klein Gässchen laufen. Jeden Tag stellte sich ein kleines Stück Erholung mehr ein und Freitag waren wir dann wirklich auch wieder entspannt genug um all das was danach kommen sollte managen zu können.  Und das war gar nicht so ohne…

Aus den 630 Photos zur Hochzeit durften wir uns die besten raussuchen, damit Andrea sie bearbeiten konnte und wir sie in Großformat ins Wohnzimmer hängen können. Als nächsten wollten wir natürlich nicht mehr in zwei getrennten Wohnungen wohnen, also stand der Umzug von Phil in meine Wohnung an. Tausend Dank an Marta, Andreas, Ferdi und Kevin für ihre spontane und grandiose Hilfe bei dieser Aktion. Innerhalb von ein paar wenigen Stunden waren Phils Möbel abgebaut, verladen und in meine Wohnung geschleppt. Juhuuu. Das Schlafzimmer hat uns so wie es war nicht gefallen, also haben wir es leer geräumt, ich habe Teppich reinverlegt, ein Ehebett gebaut und wir haben ein paar mehr Schränke besorgt und aufgebaut.

Das Wohnzimmer war von Anfang an so geplant das wir an einer der 4 Wände eine megabeamer Leinwand zum Filme schauen haben werden, also haben wir den Beamer!!!! YEAHHH!!! gekauft, die Möbel so aufgestellt das es gemütlich ist für´s Heimkino und das Phil noch genug Platz hat für seinen Schreibtisch, an dem er all seine vielen Aufgaben erledigt. *Großartig geplant und effektiv umgesetzt*

Bei mir hat das Studium im Oktober wieder angefangen und das dritte Semester ist viel besser als die ersten beiden. Ich bin angekommen und die Seminare und Vorlesungen machen Spaß. Die Zeit vergeht so schnell das ruck zuck das Dritte nun auch schon bald wieder vorbei ist. Es stehen noch diverse Hausarbeiten auf dem Plan und bald ich mir dann eine Praktikumsstelle suchen für´s vierte Semester. Es ist also noch viel zu tun bis Ende Februar.

Philippus arbeitet ja bei der christlichen Organisation Jugend mit einer Mission (hier ein link zum Standort Hainichen, in dem Phil 2 Jahre lang war: JMEM-HAINICHEN) und ist hier in Erfurt und auch Deutschlandweit für administrative Dinge, Buchhaltung usw. verantwortlich. Außerdem ist er seit ein paar Wochen der Assistent von unserem Pastor Manfred in Bürosachen für die netzwerkgemeinde. Und das derzeit größte und schönste Puzzelteil ist Bad Blankenburg (Artikel „Buy a Base“auf englisch) und was dort passiert. Ein Teammitglied von JMEM Erfurt, Suse Chmell, hat ein super geniales Gebäude in Bad Blankenburg erworben * durch Spenden finanziert * um dort ein neues Zentrum für ein geniales Projekt aufzubauen, die europäische Basis für a voice for the voiceless. Und Phil ist mittendrin. Er trifft sich regelmäßig mit Suse Chmell um gemeinsam die Sanierung zu managen und das Programm für 2014 auszuarbeiten. Eine wunderbare Sache und wir sind gespannt wie sich das noch weiter entwickelt. Es wird sicher noch ganz ganz viel darüber zu berichten geben, aber wenn Ihr Fragen habt freuen wir uns sie jederzeit zu beantworten.

Unsere ersten 3 Monate als frisch verheiratetes Paar waren sehr vollgepackt mit vielen To Do Listen und haufenweise organisatorischem Kleinkram. Aber es ist schön zu sehen wie Stück für Stück ein zu Hause entsteht, in dem wir jetzt auch schon Gäste willkommen heißen können. Es hat sich schon ein gut eingespielter Alltagsablauf eingestellt und wir sind sehr glücklich als Ehepaar. Wir sind dankbar für alles was in der Gemeinde passiert, in der christlichen Kleingruppe die sich einmal die Woche trifft um miteinander zu beten und auszutauschen was uns in unserem Leben so beschäftigt und wie wir Gott tatsächlich erleben können. Ich bin dankbar für tolle Kommilitonen und wunderbare Freundschaften. Und das alles ist so wertvoll.

Am Ende dieses Beitrags komm ich nochmal auf den Anfang zurück: Das Leben ist wie ein Puzzelspiel. Ja, so fühlt sich das manchmal an. Aber am Ende des Tages weiß ich, dass Gott das große Bild kennt und genau weiß wann welche Teile wo am besten passen. Und das entspannt mich. Ich bin sozusagen tiefenentspannt, weil ich weiß das mein Leben in Gottes Hand das schönste Bild ergeben wird was es gibt.

Bodenfrost

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Ganz liebe Grüße und einen guten Start ins neue Jahr. Suse.

Eine Antwort zu “Das Leben ist wie ein Puzzelspiel

  1. Liebe Suse, ein schöner Text: ermutigend und besinnlich – genau das richtige für das Ende des Jahres. Schön, dass wir euch kennen dürfen. Seid gesegnet. Bis bald. LL

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