von Zahlen, Wundern und Gefühlen.

Es ist tatsächlich schon 6 Monate her das ich hier zum letzten Mal etwas geschrieben habe. Na, dann wird es aber heute höchste Zeit für ein Update. Und welcher Tag könnte besser dafür geeignet sein als unser 2-jähriges Verlobungsjubiläum? Unfassbar, oder? Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell wenn man Spaß hat. Wer gerne noch einmal nachlesen möchte was für eine abenteuerliche Verlobung das gewesen ist, der kann das gerne hier tun.

Innerhalb des letzen halben Jahres ist mal wieder einiges passiert und davon werde ich heute ein bißchen schreiben. Wie der Titel schon verrät geht es dabei um ein paar Zahlen, einige große und viele kleine Wunder und nicht zuletzt um Gefühle.

Zuerst einfach mal ein paar ganz ungeornete Infos darüber was wir so gemacht haben:

* ich bin nun seit ein paar Wochen im 6.Semester meines Studiums angekommen und damit stehe ich kurz vor dem Abschluß. YEEEAH, endlich!

* 40 Seiten muss ich noch für meine Bachelorarbeit schreiben. puhh.

* am 6. Februar waren wir zu Gast auf einer sehr eleganten Hochzeit in der Karibik, um genau zu sein in der Dominikanischen Republik.

* Zur Hochzeit in der Karibik waren wir eine kleine Reisegruppe von 5 Leuten und 1 Maus. Dort in der Hotel/Golfanlage haben wir dan zu 7t in 1 Villa gewohnt für 1 Woche. Das war schön. Strandurlaub mitten im Februar.

* Phil war zum ersten mal in seinem Leben TAUCHEN

* Im März bin ich 35 geworden, huaaa…. so alt schon, aber ich fühle mich noch immer erst als wäre ich 9.

* Phil hatte zu seiner Geburtstagsparty im April ganz ganz viele Superhelden zu Gast. (er ist noch nicht ganz so alt wie ich)

* seitdem wir hier in Bad Blankenburg wohnen, durften wir schon mindestens 15 Übernachtungsgäste in unserer tollen Wohnung beherbergen.

* überhaupt fühlen wir uns in unserer wirklich wunderschönen 80 qm Wohnung sehr sehr wohl. Kommt uns besuchen!

* Philippus hat schon 3 mal Nussecken gebacken, hmm, lecker.

* seit Anfang April läuft die erste Schulung im neuen YWAM Zentrum hier in BB, die „word by heart“ schule.

* Anfang Mai gab es ein Familientreffen mit insgesamt 10 Mitgliedern der Familie Heer.

So, das waren jetzt schonmal einige sehr komprimierte Infos und Zahlen, aber hier hört der Spaß noch nicht auf. Die Hochzeit in der Karibik war ehrlich gesagt schon ein ziemliches Highlight und das aus mehreren Gründen. Zum einen sind wir noch nie zu einer Domestic Hochzeit eingeladen gewesen und so weit geflogen, zum anderen durfte Philippus die Trauung übersetzen und war stolz wie Bolle. Ich kann ihn nur immerwieder total loben für seine Übersetzungsarbeit! Er hat wirklich eine Gabe dafür. Aber das beste an der Karibik ist das winzig kleine Souvenir was wir von dort mitgebracht haben: Ein Souvenir was mittlerweile ca 135 gramm wiegt, ungefähr 6 cm groß und etwa 16 Wochen alt ist.

       Wir erwarten ein Baby!

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Manchmal können wir es selbst noch gar nicht richtig fassen und sind völlig sprachlos. Es ist so überwältigend und un(be)greifbar. Was für ein großartiges Wunder.

Verborgen vor jedem Auge, ungesehen und ganz leise passieren jeden Tag viele viele kleine neue Wunder in mir. Zellen teilen sich, wachsen, spezialisieren sich und fangen plötzlich an rythmisch zu schlagen. Der Herzschlag beginnt. Andere Zellen formen sich zu Nieren, zu Leber, zu Blase, zu Hirn und Knochen und komplexen Strukturen in einer völlig genialen Anordnung, einer präzisen Koordination und das alles in Miniaturgröße. Der Oberschenkelknochen misst gerade mal 15,8 mm, der Kopf ist 30 mm im Durchmesser. Das ist WINZIG! Und doch perfekt. Schon jetzt, nach nur 4 Monaten sind alle Organe fertig gebaut, die Plazenta versorgt das kleine große Wunder mit allem was es braucht und ich bin ständig müde.

Vielleicht kennt ihr Formulierungen wie diese: 1 + 1 = 3. Es soll dafür stehen das aus Mann (1) und Frau (1) durch Addition eine Familie (3) wird. Nach Adam Ries und meinem mathematisch/rationalen Verständnis geht diese Rechnung absolut nicht auf!! denn 1+1 ist höchstens 2. Bevor aus dieser Rechnung also eine mathematisch völlig korrekte Gleichung wird, fehlt noch 1 entscheidende Komponente. Und das ist für mich eindeutig GOTT! Nur Er kan sich solche Wunder ausdenken! Nur ER kann den Bauplan mit dem perfekten timing entwickeln um aus zwei Zellen einen komplett neuen Menschen entstehen zu lassen.                                          Nur Gott kann Wunder dieser Art erschaffen, also muss diese Rechnung so aussehen: 1 + 1 + Gott = 3.

Mich versetzt jede neue wissenschaftliche Erkenntnis zu diesem Thema ins Staunen und ich kann es tatsächlich nicht (er)fassen wie winzig winzig klein die Details sind, die mit einer grandiosen Genauigeit in eine völlig passgerechten Ordnung zusammenkommen um neues Leben zu formen. Man muss nur versuchen sich die Gehörknöchelchen eines Erwachsenen Menschen vorzustellen, oder die Stäbchen und Zäpfchen auf der Netzhaut im Auge, die Mitochondrien in jeder Zelle, die Synapsen im Hirn… All das ist mikroskopisch klein und doch ist es in diesen insgesamt 6 cm Mensch jetzt schon alles vorhanden. Ich bin total begeistert und völlig sprachlos!!

Das ist ein wirklich echtes Wunder. Und wenn man dann noch bedenkt, dass ich vor 3 Jahren schon fast nicht mehr daran geglaubt habe das ich überhaupt mal einen Mann haben werde… Ich bin so glücklich und dankbar!

die Lovebirds bauen ein Nest

die Lovebirds bauen ein Nest

Die Ehe mit Philippus ist auch so ein großes Geschenk! Nach einigen Krisen und ziemlich holprigen Anfangsschwierigkeiten haben wir uns immer besser kennen gelernt, wir lieben uns und sind so glücklich und dankbar für einander. Ehe ist etwas ganz besonderes! Phil ist so fürsorglich und liebevoll, so ermutigend und unterstützend, verständnisvoll und geduldig. Gerade jetzt in dieser Zeit, aber auch schon vor der Schwangerschaft. Bekanntlich sind ja die ersten 3 Monate die schwierigste Zeit für eine Frau und ich kann das ebenfalls bestätigen. Hier ist die Stelle an der die Gefühle ins Spiel kommen.

Die meisten Fauen leiden an Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und anderen unangenehmen Symptomen, die durch die hormonelle und körperliche Umstellung kommen. Solche sichtbaren Beschwerden hatte ich in den ersten 12 Wochen nicht so sehr, dafür aber schreckliche Gedanken, erschütternde Zweifel, große Angst und Unsicherheit. Die sowieso schon bekannten Baustellen meines Lebens wirkten noch viel größer und unbezwingbarer, wie riesige Riesen, begleitet von Gedanken wie „das arme Kind wird eine schreckliche Psychomutter haben“, oder „ich bin überhaupt nicht reif oder verantwortungsvoll genug um ein Kind zu erziehen“. Aber auch Angst vor dem schrecklichen Monster „Risikoschwangerschaft ab 35„. So viele Statistiken über Risiken, so viel was passieren kann. Ich war hin und her gerissen, stand unter ständiger Spannung zwischen Angst und Freude, musste sehr viel weinen und konnte die Zeit ganz und gar nicht genießen. Eine Gefühlsachterbahn die kein angenehmes Bauchkribbeln durch Adrenalinausschüttung erzeugt, sondern eine Achterbahnfahrt die gruslig war, Angst und Panik erzeugte. Doch mittlerweile ist schon der 4. Monat rum und langsam werden all diese unschönen Momente weniger. Die vielen Glückwünsche von Familie, Freunden und Bekannten, die verständnisvollen Worte von anderen Müttern denen es ähnlich ging, die aufmunternden Worte von Freundinnen und immer wieder Phils liebevolles bei-mir-sein haben sehr geholfen. Momentan bin ich immernoch sehr sehr viel müde, ich schlafe viel und komm dadurch leider noch nicht dazu sehr viel für meinen Studienabschluß zu tun. Aber ich bin mir sicher das es trotzdem ein guter und erfolgreicher Abschluß werden wird.

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Jetzt sind die guten Neuigkeiten raus und ich denke, dass ihr Euch mit uns freut! Wir sind ganz sehr gespannt. Zum Ende möchte ich aber noch ganz kurz ein völlig anderes und doch auch eng verbundenes Thema anschneiden: Ein Thema worüber ich noch nie wirklich geschrieben habe. Das Thema finanizielle Versorgung.

Philippus ist als Vollzeitbeschäftigter in Leitungsposition in einer christlichen Missionsorganisation angestellt, bei der die Mitarbeiter kein übliches Arbeitsgehalt beziehen, sondern sich privat über einen sogenannten Spenderkreis oder Unterstützerkreis ihr Gehalt sozusagen selbst heranschaffen. Das bedeutet, dass es in seiner Familie, seinem Freundes und Bekanntenkreis Menschen gibt, die ihr sauer verdientes Geld an Philippus spenden. Diese Spenden gehen auf sein Angestelltenkonto bei JMEM Hainichen und von diesem Konto gehen dann die Sozialbeiträge an Krankenkasse, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung etc. ab. Die Sozialbeiträge zahlt also nicht der Arbeitgeber wie üblich, sondern die Spender finanzieren auch diese Kosten mit. Es gibt Menschen die monatlich 3 Euro spenden, es gibt auch Menschen die 5 Euro, 20 Euro, 50 Euro, 100 Euro und mehr spenden. Sie alle erhalten zur Jahresabrechnung eine Spendenquittung und diese können sie dann bei der Steuererklärung mit einreichen und die Spenden teilweise rückfinanziert bekommen. Philippus und ich glauben ausserdem daran, dass es ein göttliches Prinzip ist, den 10ten Teil des Einkommens auch selbst wieder zu spenden und so zu investieren, dass dabei was Gutes rauskommt. Das heißt von allen Spenden die auf Phils Gehaltskonto ankommen, gehen die Sozialbezüge weg und dann kommen Netto momentan 780 Euro bei uns an, davon geben wir dann nochmal 78 Euro in Projekte die wir wiederum unterstützenswert finden. Dadurch das ich Student bin und keinen Nebenjob habe ist das unser beider einziges Einkommen. Alle unsere Ausgaben werden davon gedeckt.

Aber jetzt kommt das Wunder an der Sache: Wir leben ein super gutes Leben, fühlen uns reich gesegnet und immer mal wieder bekommen wir von Menschen die auch für uns anonym bleiben noch zusätzlich Geld einfach so geschenkt. Das liegt dann ohne Kommentar in unserem Briefkasten, es kommt in Form einer Einladung zum Essen, als Gutschein für Obi, oder zu Weihnachten von Eltern/Schwiegereltern oder es steht nach der Geburtstagsfeier von Phil (ihr erinnert euch an die Superhelden?) abends in einem Umschlag im Badezimmerschrank!

An dieser Stelle dem anonymen Superhelden ein riesengroßes Dankeschön für diese 500 Euro!! Wir sind fast umgefallen beim Zähneputzen. Ich habe mittlerweile alle finanziellen Belange vollständig an Phil, den BWL Spezialisten unserer Familie abgegeben und lebe völlig sorgenfrei. Zwar sehr bewußt und und maßvoll, aber eben ohne mir Sorgen zu machen. Und das geht nur, weil ich weiß, dass Gott weiß was wir zum Leben brauchen und Gott legt es dann unseren Freunden auf´s Herz uns Geld zu spenden. Das ist doch genial, oder?

* Wen diese Form der finanziellen Versorung näher interessiert der kann sich auf einen der nächsten Einträge freuen, da wird es ausführlicher darum gehen.

Wenn Du beim lesen dieser trockenen Zahlen den Gedanken hattest ebenfalls zu unserem Unterstützerkreis gehören zu wollen, dann bete doch nochmal konkret dafür und schreib mir eine private mail um herauszufinden wie das funktionieren kann. Ich denke mit dem neuen kleinen Menschen im Hause Heer könnte die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben knapp werden. Ausserdem wäre es ein absoluter Traum wenn wir dann im November auch ein Auto besitzen würden um mit dem Baby mobiler zu sein. Soviel erstmal zum Thema Finanzen.

Jetzt kommen noch ein paar Bilder und ein kleines Video von der Verkündigung über den Familienzuwachs beim Ausflug mit den Heers und dann ist auch wieder Schluß.

Ganz ganz viele glückliche Grüße von Suse, Philippus und dem großen Wunder!

Ach so, ich wollte mich auch noch dafür entschuldigen, dass ich in der letzten Zeit kaum private Mails geschrieben habe nd mich überhaupt nur sehr selten melde. Jetzt wißt ihr aber auch warum das so ist.

321 suse is schwanger from suse heer on Vimeo.

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2 Antworten zu “von Zahlen, Wundern und Gefühlen.

  1. Hallo Ihr Zwei,
    herzlichen Glückwunsch zum Baby. Suse alles Gute für Deine Schwangerschaft. Philippus wird Dich sicher mit aller Kraft unterstützen, ist ja „mein Neffe“! Aber dran denken, er ist ja auch „schwanger“. Vielleicht mehr als Du. Und tolle Bilder habt Ihr da drin.
    Euer Jörg

    Gefällt 1 Person

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