Schluckauf nach Mitternacht…

… oder:

„Wie der Sommer 2015 mein Leben komplett verändert hat“

Draußen ist es kalt geworden und die Tage werden immer kürzer. Jeder freut sich auf den Feierabend auf dem kuschligen Sofa mit einem heißen Tee in der Hand. Es ist Herbst. Ein sehr turbulenter Sommer ist nun wirklich vorbei und dieser Sommer hat einige Veränderungen für mein Leben mit sich gebracht. Davon möchte ich heute schreiben. Also mach´s Dir auf dem Sofa gemütlich mit einem leckeren Tee und genieß die Neuigkeiten vom Heer.

Die aller wichtigste und größte und bedeutendste Veränderung hat Auswirkungen auf mein komplettes restliches Leben, denn es ist eine Veränderung, die bis zum Ende meines Lebens besteht: Ich werde Mama!! Man kann das ganz deutlich sehen an dem großen runden Bauch, den ich seit einigen Monaten nun schon durch die Gegend trage. Und in diesem Bauch wohnt und wächst ein ganz neuer Mensch. Das ist total abgefahrn! Es ist ein Wunder, was meinen Verstand ganz oft übersteigt und ich bin so gespannt darauf, wie es denn wird, das Leben mit einem Menschen, der vollkommen von mir und Philippus abhängig ist. Dieser kleine Mensch macht schon ganz bald aus unserer Ehe eine Familie. Philippus wird Papa und ich werde Mama. Wir sind völlig platt!!

(Wenn Du die Bilder anklickst kannst Du sie in Großformat sehen)

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Obwohl meine Frauenärztin uns von Anfang an über alle möglichen Risiken aufgeklärt hat, die eine Schwangerschaft im Alter von 35 Jahren so mit sich bringen kann, verlief diese Schwangerschaft sehr unkompliziert und wirklich angenehm. Ich habe mich während der kompletten Zeit nicht ein einziges Mal übergeben! Ich habe weder Krampfadern noch Schwangerschaftsrisse bekommen. Das Baby hat sich prima entwickelt und ist ein sehr aktives Menschlein. Ich schreibe ganz bewusst weder er noch sie, weil wir uns dafür entschieden haben das Geschlecht des Kindes erst mit der Geburt erfahren zu wollen. Wir wissen also selbst nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Nach den ersten 3 Monaten, die für mich eine emotionale Achterbahnfahrt waren, konnte ich ab dem 4. Monat schon recht früh spüren, wie in meinem Bauch fleißig alles ausprobiert wurde, was so an Bewegungen möglich ist. Und ganz, ganz oft, wenn ich mich gerade schlafen gelegt hatte, spürte ich ein regelmäßiges Klopfen auf der rechten unteren Seite meines Bauches. Zuerst hab ich mich ein bisschen gewundert, bis mir dann klar wurde, dass das Baby Schluckauf hat. Das ist so witzig! Und das passiert ziemlich oft.

Für einige Monate gab es die ziemlich häufig bei Schwangeren auftretenden Wadenkrämpfe bei mir. Ich hab öfter Sodbrennen, wenn ich zu viel Süßes esse und für ein paar Wochen konnte ich nachts fast gar nicht schlafen. Also alles sehr normale und harmlose Begleiterscheinungen. Aber es gab auch einen Befund bei der Frauenärztin, der uns eine ganze Weile ernsthafter beschäftigt hat: Der linke Nierenleiter vom Baby war vergrößert, was darauf hindeutete, dass der Urin nicht richtig abfließen konnte und sich zurück in die Niere staute. Das ist wohl etwas, was durchaus häufiger vorkommt. Also nichts Überdramatisches, aber eben doch so auffällig, dass die Ärztin es regelmäßig kontrollierte. Wir haben daraufhin gemeinsam mit Freunden und unserer Familie ganz viel, oft und regelmäßig dafür gebetet, dass diese Stauung sich bitte wieder auflösen soll und Gott hat unsere Gebete wirklich gehört! In den letzten Ultraschalluntersuchungen waren beide Nieren und die Nierenleiter völlig normal und unauffällig. Es ist alles bestens in Ordnung. Halleluja! Gott ist großartig!

Jetzt dauert es gar nicht mehr lange bis wir diesen kleinen Menschen, der mich in den letzten Monaten so oft mit voller Wucht und Leidenschaft von innen in den Bauch getreten hat, endlich sehen werden. Der errechnete Termin zur Geburt ist der 5. November, also nur noch knapp 1 Woche. Wann genau das Baby bereit ist, aus mir raus zu kommen, überlassen wir einfach dem Baby selbst. Den Geburtsvorbereitungskurs haben wir gemeinsam letzten Dienstag erfolgreich beendet und nun sind wir gut vorbereitet für unser erstes Kind. Mann oh Mann, ist das spannend!

In seinem bisherigen Leben als Innenbauchbaby hat der kleine Mensch schon ziemlich viel miterlebt, denn es war wirklich ein ziemlich voller Sommer! Wir waren auf insgesamt 6 Hochzeiten zu Gast und haben auf jeder Hochzeit mindestens einen Walzer getanzt. In der heißesten Woche des Jahres waren wir in Spanien (wo es nochmal gefühlte 10 Grad heißer waren als hier) auf einem super guten Eheseminar. Wir haben Gerhard Schöne live in einem total schönen Konzert gesehen. Wir hatten immer mal wieder jemanden zu Besuch bei uns, was immer sehr schön war. Wir haben selbst auch viele Freunde besucht. Wir haben im Stausee gebadet. Ich habe einen alten Schrank vom Dachboden abgeschliffen und angemalt und einen Wickeltisch mit Auflage gebaut und genäht. Philippus hat ganz oft als Übersetzer gearbeitet, was ihm total viel Spaß macht (unter anderem auch bei einem „Hillsong“ Konzert und bei der Allianzkonferenz mit 3000 Teilnehmern). Die Arbeit im JMEM Zentrum hier in Bad Blankenburg ist immer sehr abwechslungsreich für Phil und er ist als Co-Leiter eigentlich überall irgendwie involviert. Das Thema Flüchtlingsarbeit wurde zum Hauptfokus, die Bauarbeiten gehen weiter stetig voran und die erste Jüngerschaftsschule hat begonnen. Ich habe meine älteste Freundin in Siegen besucht, nach einer Ewigkeit mal wieder (es war total schön!!) Wir haben unseren zweiten Hochzeitstag gefeiert und waren dafür ganz elegant im Theater. Wir waren bei einem Familientreffen der Großfamilie Heer und wir sind überreich beschenkt worden.

Aber der Sommer war nicht nur sehr ereignisreich, sondern für mich auch auf anderer Ebene sehr erfolgreich! Im Juni hab ich mich trotz großer Motivationslosigkeit und Schwangerschaftsmüdigkeit durch viele Bücher gewälzt, um meine Bachelorarbeit mit 40 Seiten zu schreiben. Wer mich kennt, der weiß, dass ich zwar gerne schreibe, aber nicht, wenn es sich um wissenschaftliche Texte mit Abgabetermin handelt. Also war es eher eine Qual als ein Vergnügen diese Arbeit zu schreiben. Zu meinem großen Erstaunen wurde ich nach einigen Wochen Wartezeit dann aber mit einem super mega genialen Ergebnis überrascht!! Ich habe es tatsächlich geschafft eine 1,0 auf meine Bachelorarbeit zu bekommen. Ich kann Euch sagen, ich bin stolz wie Bolle!! Mit allen anderen Prüfungsleistungen, Klausuren und Vorträgen bin ich somit am Ende meines Studiums angekommen mit einer Gesamtnote von 1,8. Das ist ziemlich super! Ja, und das ist die andere große Veränderung in meinem Leben! Jetzt bin ich nicht mehr nur eine Krankenschwester, sondern ich habe einen akademischen Abschluss, ich bin staatlich anerkannte Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin! WOW. Ein erfolgreich abgeschlossenes Studium… Ich hab es tatsächlich durchgezogen und geschafft.

Das Baby wird nun also in eine Akademiker-Familie hineingeboren. Aufgrund der Tatsache allerdings, dass ich schon vor dem offiziellen Studienende im September in den Mutterschutz eingetreten bin, habe ich logischerweise keine Arbeitsstelle und bin somit nun ein statusloser Akademiker. Nach einem Studium hat man kein Anspruch auf Arbeitslosengeld, also habe ich einen Antrag auf Hartz-IV gestellt. Aber weil Philippus und ich so gute Haushalter und Sparer sind, haben wir zu viel Vermögen angespart (in Form von Bausparverträgen und Sparkonten, an die wir eine ganze Weile nicht rankommen), als dass wir Hartz-IV bekommen könnten. Schade einerseits, aber auch irgendwie nicht. So habe ich jetzt also einen Hochschulabschluss, aber kein Einkommen. Aber das ist für uns kein Grund besorgt zu sein, denn in den vergangenen Jahren war das ja auch schon so und wir haben immer und immer wieder erlebt, wie wir super gut versorgt werden mit allem was wir brauchen. Ich kann es nur noch einmal schreiben: Gott ist großartig! Und es sind die Menschen um uns herum, die sich von IHM gebrauchen lassen, durch die ER uns wirklich alle Wünsche erfüllt!! Es sind unsere Freunde, unsere Familie und Bekannten die uns so reich beschenken, Ihr seid es, denen wir so dankbar sind!!

Diesen Sommer haben wir nämlich mehrfach große und kleine Versorgungswunder erlebt und sind dafür so mega dankbar, dass wir es gar nicht wirklich fassen können! Es ist überwältigend zu erleben, wie reich wir beschenkt werden. So haben wir eine komplette Ladung Feuerholz für unseren Kamin für den Winter geschenkt bekommen. Fast alle Babykleidung ist bereits gewaschen und sortiert in großer Vielfalt in den Schrank eingeräumt und ich habe dafür nicht einen Euro ausgegeben, alles Secondhand-Sachen, die uns geschenkt wurden. Durch den Antrag bei einer Stiftung zur Unterstützung von werdenden Eltern haben wir außerdem mehr als 800 Euro für die Anschaffung von Möbeln für das Baby bekommen (Baby Erstausstattung). Wir selbst haben Kleidung für uns geschenkt bekommen und einen super genialen REISKOCHER! Juhu, so einen wollte ich schon immer gerne haben! Freunde schicken Pakete mit Büchern, Geschenken, Kuscheltieren, Stramplern, Stillkissen, Tragetüchern, Baby-Kleidung und Tee. Wir mussten noch nie Hunger leiden und konnten von dem, was wir bekommen, auch immer noch etwas abgeben. Und der absolute Oberkracher kommt jetzt!! Wir haben uns ganz arg ein Auto gewünscht, immer wieder dafür gebetet und Gott nicht in Ruhe gelassen mit diesem Wunsch, damit wir als Familie mobiler sind… Und jetzt haltet Euch fest: Wir haben eine so großzügige, einmalige, zweckgebundene Spende für ein Auto bekommen, dass wir uns jetzt nach einem NEUWAGEN umschauen und demnächst tatsächlich diesen riesengroßen Wunsch erfüllt bekommen. Ein eigenes Auto! Und zwar ein NEUES. Waaaahhhhhh. Ich war bei dieser Nachricht erstmal völlig sprachlos und musste weinen vor lauter Glück. Vielen Dank an jeden, der uns regelmäßig mit einer festen Spende unterstützt! Und danke an jeden einzelnen, der uns einmalig etwas spendet. Danke für die vielen Sachspenden und Geschenke! Ohne Euch könnten wir nicht als Vollzeitmitarbeiter in der Mission und als werdende Mama leben! Wir sind überglücklich und reich beschenkt und unendlich dankbar!


Natürlich kommen jetzt aber auch neue monatliche Ausgaben mit dem Baby und den laufenden Kosten für das Auto auf uns zu und so wollen wir gerne den Bruttolohn von Philippus aufstocken. Seine Stelle als Co-Leiter des JMEM Schulungszentrums hier in Bad Blankenburg und auch seine Arbeit als Buchhalter für den Deutschen Dachverband von JMEM werden komplett aus Spenden finanziert. Unser Ziel ist es, Philippus` Gehalt von 1000 Euro brutto auf 1500 Euro brutto bis Weihnachten zu erhöhen. Dadurch wird es uns ermöglicht, dass Phil weiterhin in seiner Vollzeitstelle als Missionsangestellter arbeiten kann, damit Studenten ausgebildet werden, Flüchtlinge Deutsch lernen und von Jesus hören, Menschen ermutigt werden und der Region hier in Wort und Tat geholfen wird. Wenn Du Dir vorstellen kannst einen monatlichen Beitrag mit dazu zu geben, also auch ein Partner für diese Arbeit werden möchtest, dann melde Dich über einen der vielen Kommunikationswege bei uns. Da Philippus über einen gemeinnützigen Verein angestellt ist, gibt es dafür sogar Spendenbescheinigungen, mit denen die Spenden am Jahresende teilweise von der Steuer abgesetzt werden können.

Ich würde sagen, das sind ziemlich viele schöne und positive Veränderungen innerhalb von einem Sommer. Auf das allergrößte und wunderbarste Geschenk warten wir jetzt nur noch ein paar Tage und dann beginnt eine völlig neue und noch sehr unbekannte Phase in meinem und in unserem Leben: Das große Abenteuer Eltern zu sein. Wir freuen uns ganz sehr. Sobald es mir möglich ist werde ich Euch das mit großer Freude und Spannung erwartete Königskind vorstellen und berichten wie seine Ankunft verlaufen ist. Jetzt genieße ich noch ganz bewusst und ausführlich und intensiv die ungestörte Zweisamkeit mit dem besten Ehemann der Welt und beschäftige mich mit der Frage was Familie eigentlich für mich bedeutet. Ganz viele freudige und glückliche Grüße von mir.

wir lieben Dich schon jetzt

wir lieben Dich schon jetzt kleiner Mensch

Passend zum Abschluss für diesen Beitrag fängt es jetzt rechts unten in meinem Bauch regelmäßig zu klopfen an, Hihi, da hat wohl jemand Schluckauf.

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